Dunkelheit

 

Als ich war in ew'ger Nacht, ohne Hoffnungsschimmer.

Ja da habe ich gedacht, das bliebe so wohl immer.

Doch Du ließ't mich nicht allein und hast schnell geboten

mich vom Dunkeln zu befreien, durch 'nen Himmelsboten.

 

Er war nur ein Mensch wie ich; ein Wunder es doch blieb,

das mich traf ganz innerlich, zur Dankbarkeit mich trieb.

Deshalb geh ich gern mit Dir, lobpreise Dich so gern.

So viel Liebe schenkst Du mir und bist mir niemals fern.

 

(c) Andreas

(persönlich so erlebt)

 

 

Gottes Plan

 

Ein Blümlein steht am Wegesrand

schenkt Schönheit dieser Welt.

Es steht dort nur für einen Tag,

weil es nicht länger hält.

 

Am nächsten Morgen stirbt es schon,

hat seinen Sinn erfüllt,

in diesem Blümlein hat uns Gott

den Lebensplan enthüllt.

 

Wie Blumen soll der Mensch der Welt

auch Schönheit, Liebe bringen

und Jubellieder, wie die Vögel,

auf den Schöpfer singen.

 

Wir haben selber in der Hand

uns täglich zu entscheiden,

denn leben wir mit Liebe nicht,

dann bringt das Dasein Leiden.

 

Ein Herz, in Ketten festgezurrt,

die Macht und Geld sich nennen,

lernt nie den wirklich wahren Wert

des Menschen Freiheit kennen.

 

Ein Blümlein steht am Wegesrand,

es soll uns leben lehren

und jeden Tag, den Gott uns schenkt

zu danken und verehren.

 

(c) by Hans-Georg Wigge

 

 

Lobgesang

 

Schau auf die Milliarden Sternedort am schwarzen Himmelszelt,

schau auf Gottes große Schöpfung, diese liebenswerte Welt.

Riech die Luft des Frühlingsmorgens nach der dunklen Winterzeit,

dann ahnst du schon im Verborgnen Blumen für das Licht bereit.

 

Nimm dir eine Handvoll Erde, reibe sie und riech daran,

weil man Tod und neues Leben in dem Duft erkennen kann.

Sieh die Vögel in Lüften, wie sie tanzen dort im Wind,

hör wie sie den Schöpfer preisen und voll schönster Lieder sind.

 

Schau, wie Gott sich mit uns mühte, weil Er seine Schöpfung liebt,

trotzdem sucht man nach Beweisen, dass es diesen Gott nicht gibt.

Wissenschaftler, Forscher, Tüftler, die Genialen dieser Welt,

schaffen nicht den kleinsten Krümel, dessen, was Gott aufgestellt.

 

Nur die Kinder sind noch offen für die Wunder, die er schenkt,

weil ein Kind statt wissenschaftlich, noch mit seinem Herzen denkt.

Davon etwas zu bewahren, auf dem Weg durch diese Zeit,

garantiert uns alle Tage Freude und Zufriedenheit.

 

(c) by Hans-Georg Wigge

 

 

by Redeemed

 

 

by Sarah Marie

 

 

by Lighty Creativity

 

 

Laura’s Kleid

 

Es war einmal ein kleines Mädchen. Ihr Name war Laura.

Laura war nicht wie die anderen Mädchen. Ihr Vater war König.

Deshalb war sie eine echte kleine Prinzessin.

 

Sie wusste wie sehr ihr Vater sie liebte. Zu ihrem 8. Geburtstag bekam Laura ein wunderschönes Kleid geschenkt. Es war umwerfend. Von so einem Kleid hatte sie immer schon geträumt. Das Kleid war zart rosa und mit kleinen kostbaren Perlen bestickt.

 

Wenn sie es anzog und im Rosengarten spazieren ging, glitzerte ihr ganzes Kleid in der Sonne und sie fühlte sich wie eine echte Prinzessin. Laura hatte vieles, wovon andere Mädchen immer träumten. Eines Tages traf sie eine alte Frau am Waldrand, die sie in ihr kleines Haus einlud.
Laura zögerte erst, folgte dann aber neugierig der alten Frau. Sie hatte Laura versprochen, ihr alte Weisheiten und geheimnisvolle Geschichten zu erzählen. Die beiden gingen einen schmalen Pfad entlang bis sie schließlich an dem Haus der alten Frau ankamen. Laura dachte an ihren Vater, den König. Er hatte sie immer vor Fremden gewarnt. Aber vor dieser Frau brauchte Laura doch keine Angst zu haben. Ihr Vater hatte sie vor bösen Menschen gewarnt, aber die alte Frau schien sehr freundlich zu sein.

 

Laura schob die Zweifel bei Seite und war neugierig auf das, was ihr die alte Frau erzählen würde. Laura saß an einem kleinen runden Tisch und die alte Frau, die sich als Helena vorstellte, bot ihr leckere Kekse an, die Lauras Hunger stillen würden. Sie schmeckten tatsächlich anders als alles, was sie bisher gegessen hatte. Sie musste wieder an ihren Vater und an seine Warnung vor fremden Menschen denken…


Nachdenklich saß die kleine Königstochter auf ihrem Stuhl als die alte Frau plötzlich eine Holzkiste hervorholte. In der Holzkiste war eine Kristallkugel. Die Frau sprach davon, dass sie mit der Kugel in die Zukunft sehen könnte. Laura wurde aus ihren Gedanken gerissen und begann neugierig Fragen zu stellen. Helena freute sich über das Interesse des Mädchens und ließ die Kleine einen Blick in die Kugel werfen. Laura konnte wirklich ein Bild erkennen. Zuerst war es verschwommen, dann wurde es deutlicher. Sie sah ihren Vater und neben ihm stand sie selber. Die alte Frau kündigte mit ernstem Gesicht an, dass Laura jetzt ganz tapfer sein müsste. Sie würde ihr ein Geheimnis mitteilen. Laura war verwirrt und beglückt zu gleich.

 

Geheimnisse hatte sie schon immer geliebt und sie drängte Helena fortzufahren. Die alte Frau legte ihre Hand auf die Kugel, murmelte seltsame Worte und dann begann das Bild in der Kugel wie lebendig zu werden. Laura sah ihren Vater mit einem Mann vor dem Schloss stehen.

Der Mann gab ihrem Vater ein Bündel voller Goldstücke und zeigte mit seiner knöchrigen Hand auf sie, Laura, die plötzlich mit im Bild erschien. Der König ging wieder ins Schloss und Laura war alleine mit dem seltsamen Mann. Helena nahm ganz unerwartet ein blaues Tuch, das sie über die Kugel warf.

 

Die kleine Laura fuhr erschrocken zusammen und begann zu weinen. Was hatte das alles zu bedeuten? Wäre sie doch bloß bei ihrem Vater geblieben. Helena erklärte dem Mädchen, dass diese Kugel jedem Menschen seine „wahre Zukunft“ zeigen würde und warnte das Mädchen vor ihrem Vater, der sehr böse sei. Laura verstand die alte Frau nicht mehr und wollte aufstehen und wegrennen, aber sie war wie gelähmt.

 

Sie schloss die Augen, um alles zu vergessen, was sie gesehen hatte, aber sie hatte immer das Bild vor Augen von dem knöchrigen Alten. Als sie ihre Augen wieder öffnete war Helena verschwunden und ein Zettel lag auf dem Tisch, auf dem die Worte standen: „Suche deinen Weg.“
Laura steckte den Zettel in ihre Tasche und fühlte sich schmutzig. Sie konnte nicht zurück zu ihrem Vater. Was wäre, wenn der sie wirklich verkaufen würde? So beschloss sie, den Rat der alten Frau zu befolgen.Sie verließ das kleine Haus und wanderte durch den dunklen Wald bis sie auf einmal drei Mädchen vor einem Spiegel stehen sah. Der Spiegel war an einen Baum gelehnt und die Mädchen standen davor. Laura sah die drei und sie wollte am Liebsten wegrennen.Aber der Spiegel zog sie wie magisch an. Sie stellte sich neben die drei anderen und fand sich das erste Mal in ihrem Leben hässlich. Die Mädchen trugen hübsche Kleider und eine hatte sogar Locken, die mit einem roten Band zusammengebunden waren. Lauras Augen begannen sich mit Tränen zu füllen, sie drehte sie um und ging schnell an den verdutzten Mädchen vorbei. Aus der Ferne hörte sie das Gelächter der Mädchen.

Laura stolperte den Weg entlang bis sie plötzlich vor ihrem Vater stand. Sofort gingen ihr 1000 Gedanken durch den Kopf. Wieso war ihr Vater hier? War jetzt der Zeitpunkt gekommen, dass sie, Laura, verkauft werden würde an den knöchrigen Alten?
Laura wollte wieder wegrennen, hatte aber keine Kraft mehr. Sie fiel zu Boden, begann zu weinen und blieb zusammengekauert sitzen. Ihr Vater nahm sie auf seinen Arm und trug sie nach Hause ins Schloss. Es war schon dunkel und spät. Der König brachte Laura in ihr Zimmer, legte sie in ihr Bettchen und sie schlief sofort ein. Als sie vom Zwitschern der Vögel, die auf dem Baum neben ihrem geöffneten Fenster saßen, am nächsten Morgen geweckt wurde, sah sie ihren Vater an ihrem Bett sitzen. Er sah sehr ernst aus, aber seine Augen waren voller Liebe. In seiner Hand hielt er Helenas Zettel. Er zerriss ihn vor ihren Augen und Laura spürte wie ein großer Stein von ihrem Herzen fiel.

Plötzlich war die Angst vor dem knöchrigen Alten wie verschwunden. Trotzdem spürte sie noch einen Schmerz im Innern. Ihr Vater nahm Laura auf seinen Schoß und erklärte ihr liebevoll: “Meine Tochter. Ich kenne diese alte Frau. Helena hasst mich, weil sie nicht in meinem Reich wohnen darf. Sie hat mir geschworen, dich eines Tages zu entführen. Als du gestern plötzlich nicht mehr da warst wusste ich, dass sie ihr Versprechen wahr gemacht hatte und ich verließ mein Schloss um dich zu suchen. Was sie dir über mich erzählt hat sind alles Lügen, mein Kind.“

 

Laura wusste wieder ganz sicher wie sehr sie von ihrem Vater geliebt war. Ihr Vater ging zum Schrank und holte ihr besonderes Kleid hervor und bat Laura, es anzuziehen. Er würde im Garten auf sie warten. Laura zögerte erst, dann nahm sie das Kleid und zog es an. Sie kämmte ihre Haare und rannte in den Garten. Ihr Vater war nicht da. Laura musste plötzlich an das Erlebnis mit den anderen Mädchen denken, die alle vor dem großen Spiegel standen und an ihr Gefühl, dass sie sich im Vergleich mit den andere so hässlich vorkam.

 

Sie hörte Schritte, die sie aus ihren Gedanken rissen. Sie kannte diese Schritte. Es war ihr Vater, der König. Er nahm sie bei der Hand und sagte ganz liebevoll: „Ich liebe dich so sehr. Bitte renne nie wieder weg. Ich hatte solche Angst um dich. Übrigens siehst du sehr hübsch aus in deinem Kleidchen, wie eine echte Prinzessin- wie meine Tochter.“

 

Lauras Herz wurde wieder leicht und der Gedanke an die anderen Mädchen und den Spiegel war wie weggeblasen. Sie wusste ganz tief in ihrem Innern, dass ihr Vater sie liebte.

 

An der Hand ihres Vaters ging sie durch den Park an einem kleinen See vorbei, in dem sie sich spiegelte. Und was sie sah erfüllte sie mit unbeschreiblicher Freude.

Sie sah sich, Prinzessin Laura, in einem wunderschönen Kleid. Sie wusste, dass sie etwas Besonderes war und fühlte sich geliebt und wunderschön.

 

© Lighty Creativity 2006

 

 

Die kleine Stadt am Berg

 

Es war einmal eine Kleinstadt. Sie lag am Rande eines großen Berges.
Die Stadt gab es noch nicht sehr lange. Der Gründer der Stadt lebte ein wenig abgelegen in einem alten Bauernhaus, das er vor vielen Jahren selbst gebaut hatte.

 

Viele Bewohner der Stadt kannten den alten Mann nur noch aus Erzählungen ihrer Großeltern. Einige sagten, dass er sehr weise sein musste, andere waren sich nicht sicher, ob er überhaupt noch am Leben sei. Einige ältere Menschen waren mit Ehrfurcht erfüllt, wenn sie über ihn sprachen und sie bezeichneten ihn als „den großen Architekten“. Die wenigsten aber waren ihm persönlich begegnet. Das lag nicht daran, dass der alte Mann sein Haus verriegelte. Im Gegenteil, er war sehr gastfreundlich.
Immer wieder klingelten Witwen oder Menschen ohne Arbeit bei ihm. Er hatte stets ein Ohr für sie und nicht selten stellte er sei Gästezimmer zur Verfügung. Die Menschen in der Stadt waren zu geschäftig. Sie kauften, verkauften, arbeiteten, feierten und hatten wichtigeres zu tun als sich auf die Suche nach dem alten Architekten zu machen. In der Stadt gab es eine alte Bibliothek. Im hintersten Regal stand ein Buch, das der alte Architekt vor vielen Jahren geschrieben hatte. Er beschrieb darin die Beschaffenheit des Bodens, auf den die Stadt gebaut war. Das Buch enthielt Baupläne für Häuser.

 

Der alte Mann hatte Jahre dazu verwendet, die günstigste Bauweise für die Häuser zu berechnen und zu konstruieren. Er wusste, dass die Gegend etwa alle 50 Jahre von Erdbeben erschüttert wird und so zeichnete er Baupläne für Häuser, die diesen Erschütterungen standhalten würden. Jeder in der Stadt hatte von diesem Buch gehört, aber die Leute kümmerten sich nicht weiter darum.
„Erdbeben wird es hier sicher nicht mehr geben. Und wenn, wird es schon nicht so schlimm werden. Mein Haus steht fest.“ So sagten sie und bauten ihre Häuser nach ihren eigenen Vorstellungen. Es gab nur wenige, die ihre Häuser nach den Plänen im alten Buch bauten. Sie wurden von den übrigen Stadtbewohnern meist nur spöttisch belächelt.

 

Eines Tages begann die Erde zu beben. Erst klirrte das Geschirr in den Schränken. Nach wenigen Minuten fielen die Bilder von den Wänden. Die Menschen waren zu stolz um ihre Häuser zu verlassen. Sie waren doch fest davon überzeugt, dass ihre Häuser jeder Erschütterung standhalten würden. Nach nur wenigen Stunden lag die Stadt in Trümmern. Die Bewohner der Stadt waren lebend begraben. Nur wenige Häuser standen noch. Das war einmal das Bauernhaus des alten Architekten und die wenigen Häuser, die nach dessen Plänen gebaut wurden.

 

Während des Erdbebens saß der alte Architekt gerade in seinem Schaukelstuhl. Als die Erde begann zu beben, füllten sich seine Augen mit Tränen. Er wusste um die Menschen in der Stadt, aber er konnte ihnen nicht mehr helfen. Die Hilfe, die er ihnen vor Jahren in der Bibliothek hinterlassen hatte – das alte Buch – hatten die meisten nie ernst genommen oder gelesen.

 

Er sah in die Augen von zwei Waisenkindern, die in seinem Gästezimmer übernachtet hatten und sagte väterlich und voller Barmherzigkeit: „Kinder, sucht nach dem wirklich Wichtigen im Leben. Ihr werdet den Reichtum entdecken, der vielen verschlossen bleibt, weil sie nicht auf das Wesentliche sehen.“

Die Kinder nickten voller Ehrfurcht und wussten, dass sie diesen Satz wie eine Schatzkarte bewahren mussten, die ihnen den Weg zum Reichtum ihres Lebens zeigen würde.“

 

© Lighty Creativity 2005